Pilze sammeln im Urlaub

pantherina 9. November 2011 - 17:12

Als ich meine mallorquinischen Freunde im Oktober besuchte, hielten sie eine Überraschung für mich bereit. Sie luden mich ein, an einer Wanderung teilzunehmen. Hauptgrund der Wanderung war allerdings, sie wollten Pilze sammeln. Pilze können auf Mallorca erst nach den regenreichen Monaten im Spätherbst gesammelt werden. Beliebt bei den Spaniern ist die Pilzsorte Escalata-Sang, Blutreizker, die zu dem traditionellen Gericht “Arróz-brut”, es ist ein Reiseintopf gehören. Aber es wachsen auch einige Pilzsorten auf den Balearen, die es ebenso in Deutschland gibt.
 
Zum Pilzesammeln wurde ein Gebiet um Valldemossa ausgewählt, da der Wanderweg nicht allzu schwierig ist, aber zugleich die wunderschöne Landschaft Mallorcas zu sehen ist. Mit dem Auto fuhren wir nach Valldemossa. Gleich am Anfang von Valldemossa gibt es einen großen Parkplatz auf der rechten Seite, dort stellten wir das Fahrzeug ab. Da die Wanderwege häufig steinig sind, hatten wir natürlich bequeme Wanderschuhe an, die auch auf rutschigem Gelände Halt bieten. Außerdem hatten wir zur Stärkung Empanadas und viel Wasser mitgenommen.
 
Vom Parkplatz folgten wir dem beschilderten Weg zur Kartause, dem berühmtesten Gebäude in Valldemossa. Hier verbrachten George Sand und Frédéric Chopin einige Monate in einem kalten Winter. Allerdings bogen wir vorher rechts ab und gingen in Richtung des Anwesens “Son Mossenya”. Hinter dem Anwesen durchschritten wir einen Torbogen und folgten dem Weg durch ein Tal mit vielen Terrassen. Statt diesem Weg nach rechts zu folgen, gingen wir auf einem schmalen Pfad durch Gebüsch in den Steineichenwald. Hier folgten wir dem Pfad, der langsam ansteigt bis zu einer Kreuzung. Vorbei kamen wir an einer Lichtung sowie einem Kohlenmeilerplatz. An der Kreuzung bogen wir links ab und folgten diesem Weg bis zu einer Schutthalde. Auch hier hielten wir uns links und gingen durch Geröll und Schutt bis zu einer Öffnung in der Mauer. Wir folgten dem Weg rechts durch den Hang. Vorbei kamen wir an einem weiteren Köhlerplatz sowie an einer verfallenen Hütte. Wieder hielten wir uns links, es war wieder ein schmaler Pfad, der über steiniges Waldgelände zu einem Mauerüberstieg hinauf führt. Wir suchten nach Pinien, denn die gesuchten Pilze wachsen meistens zwischen Pinien. Ein kleines Stück weiter trafen wir wieder auf einen weiteren quer verlaufenden Weg. Diesem Weg folgten wir links den Berg hinauf. Es ging zwischen Felsen hindurch zum Sa Communa. Auf dem Gipfelrücken befanden sich Vogelfangplätze, eine verfallene Hütte sowie Köhlerplätze. Richtung Süden hatten wir einen fantastischen Blick bis nach Palma. Der kleine Pfad führt durch einen Felsdurchgang wieder den Berg hinunter. Allerdings gingen wir rechts und stiegen über das Gelände zum höher gelegenen Felsgrat des Berges an. Hier machten wir eine kleine Rast und genossen den Anblick der grandiosen Landschaft.
 
Zurück folgten wir dem Weg wieder bis zum Gipfelrücken mit den Köhlerplätzen und der verfallenen Hütte. In der Nähe der Hüttenruine befindet sich ein überdecktes Wasserbecken, von diesem Becken führt ein Weg geradeaus wieder zurück. Der Weg führt zu einem Tor in einer Mauer auf der rechten Seite. Allerdings gingen wir vor der Anhöhe links und folgten einem kleinen Pfad, der kaum zu sehen war. Irgendwann wurde dieser Pfad wieder breiter und führte in Kurven talabwärts. Jetzt verließen wir den Weg aber doch, um uns der eigentlichen Aufgabe, dem Pilzesammeln zu widmen. Der Escalata-Sang ist leicht zu erkennen. Der Hut ist sehr groß, er hat einen Durchmesser von fast zwanzig Zentimetern, der Rand ist wellig verbogen und die Lamellen haben einen hellen orangefarbenen Ton. Der Stiel wird nur etwa fünf Zentimeter lang und ist mit zwei Zentimeter Durchmesser recht stämmig. Nachdem wir genug für mehrere Reiseintopfgerichte hatten, folgten wir wieder dem Weg zu den Terrassen, die sich oberhalb Valldemoassas befinden. Hier folgten wir einem schmalen Pfad zu einem Anwesen, allerdings gingen wir vorher durch ein Tor zu einer weiteren Abzweigung. Diesem Weg folgten wir rechts zwischen einem Wasserbecken und einem Hügel zu einem Betonweg, der direkt zurückführte. In Valldemossa tranken wir in einer kleinen Bar noch jeder einen Café solo, bevor wir uns auf die Rückfahrt nach Palma machten.


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