FSME: Schneller Schutz für Spontanreisende

Pilzewanderer 6. Juni 2012 - 7:13
Ob raue Bergwelt oder ruige Seenlandschaft, die Vorstellungen vom idealen Reiseziel sind verschieden. Worüber hingegen Einigkeit herrschen dürfte: Urlaub soll Spaß machen – und nicht krank. Diese Gefahr besteht etwa durch Zeckenstiche. Denn die Blutsauger sind auch außerhalb Deutschlands anzutreffen und übertragen diverse Erkrankungen. Zu den bekanntesten zählt neben der Lyme-Borreliose die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, in deren Verlauf das zentrale Nervensystem angegriffen werden kann. „Europaweit gibt es im Jahr schätzungsweise 10.000 bis 12.000 klinische FSME-Fälle beim Menschen“, sagt Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut Jena.
 

Schnellimpfung für Last-Minute-Reisende

Fest steht: Auch außerhalb Europas gibt es das FSME-Virus, etwa in China und Japan. Eine erhebliche Bedeutung besitzt die FSME jedoch vor allem in vielen mitteleuropäischen, skandinavischen und baltischen Ländern. Vor allem wer nach Estland, Lettland, Litauen, Russland oder die Tschechische Republik fährt, sollte sich vorab gegen FSME-Viren impfen lassen. Doch auch in Ländern wie Polen, der Ukraine oder Österreich, Slowenien oder Schweden ist ein vorheriger Impfschutz ratsam. Denn im Gegensatz zur vergleichsweise gut behandelbaren Borreliose gibt es bei der durch Viren hervorgerufenen Hirnhautentzündung FSME keine ursächliche Therapie. Unter anderem drohen bleibende Lähmungen, schlimmstenfalls mit Todesfolge. So starb etwa im April dieses Jahres ein neunjähriges Mädchen im österreichischen Kärnten an einer FSME-Erkrankung infolge eines Zeckenstiches.
 

Vor allem Camper sind gefährdet

Doch nicht nur das Reiseziel wirkt sich auf das FSME-Risiko aus, sondern auch das Freizeitverhalten. Süss erklärt: „Wer gern zeltet oder wandert, hat natürlich ein höheres Risiko, infolge eines Zeckenstichs an FSME zu erkranken als jemand, der sich ausschließlich in Hotels und Taxis aufhält.“
Auch die Verbraucherschutzorganisation Stiftung Warentest hat im vergangenen Monat in ihrer Zeitschrift „test“ die FSME-Impfung für Reisende als sinnvoll empfohlen.
Spontanurlauber können sich mittels einer Schnellimmunisierung schützen: Speziell für den schnellen Impfschutz werden zunächst zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen empfohlen. „Schon 14 Tage nach der zweiten Impfung besteht ein zirka 90-prozentiger Schutz. Zudem ist die Impfung gut verträglich“, weiß Süss. Eine dritte Impfung nach fünf bis zwölf Monaten komplettiert den Impfschutz.

Quelle: www.zecken.de

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