FSME-Risiko steigt 2012: Drei neue Risikogebiete

Pilzewanderer 6. Juni 2012 - 7:00
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die offiziellen Risikogebiete für die Zecken-übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis – kurz FSME – ausgewiesen. Demnach breitet sich die Gefahr weiter aus: Zu den bislang 137 der 440 Stadt- und Landkreise in Deutschland kommen drei neue FSME-Risikogebiete hinzu: die Stadtkreise Ulm und Kempten und der Landkreis Saar-Pfalz. Erstmals ist damit ein Landkreis im Saarland betroffen. In den bisherigen Risikogebieten bleibt die Gefahr nach Einschätzung des RKI weiterhin bestehen. Alle aktuellen FSME-Gebiete zeigt das Internetportal www.zecken.de im Google-Maps-Design mit Suchfunktion. Hier können Sie überprüfen, ob Sie in einem FSME-Risikogebiet leben, arbeiten oder Urlaub machen. 
 

Wachsende Gefahr

Seit Einführung der Meldepflicht für FSME-Erkrankungen im Jahr 2001 hat die Zahl der Risikogebiete kontinuierlich zugenommen – von 65 auf jetzt 140. Dadurch hat sich einerseits der ursprüngliche Flickenteppich in Baden-Württemberg und Bayern allmählich geschlossen. In diesen beiden Bundesländern gilt fast flächendeckend die Impf-Empfehlung des RKI. Andererseits hat sich das Zeckenvirus weiter in den Norden und Westen ausgebreitet. Neun Kreise in Hessen, sieben in Thüringen, einer in Rheinland-Pfalz und nun einer im Saarland zählen ebenfalls zu den offiziellen FSME-Verbreitungsgebieten. 
Das RKI weist explizit darauf hin, dass jenseits der ausgewiesenen Risikogebiete FSME-Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden können. Immer wieder kommt es zu Einzelerkrankungen. Allein in den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg gab es bislang keinen Fall von FSME. Für alle anderen Bundesländer hat das RKI erstmals die Kreise mit so genannten autochthonen Einzelfällen benannt. Diese werden entsprechend in den aktuellen FSME-Verbreitungskarten auf www.zecken.de ausgewiesen.
 

Methode der Risikobestimmung

Derzeit bestimmt das RKI das FSME-Risiko anhand der menschlichen Erkrankungsfälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl – der so genannten Inzidenz. Problematisch ist diese Methode bei steigenden Impfquoten: Sind in einem Kreis viele Menschen gegen FSME geimpft, erkranken wenige. Damit könnten die Fallzahlen unter den Grenzwert fallen, obwohl nach wie vor ein hohes Infektionsrisiko durch Zeckenstiche besteht. Laut Umfragen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind in einzelnen Risikolandkreisen bereits über 50 Prozent der örtlichen Bevölkerung gegen FSME geimpft – Neuerkrankungen damit seltener. Im Schnitt sind die Impfquoten in Deutschland jedoch noch mäßig.
 

Impfempfehlung 

Für Einwohner, Pendler und Urlauber in Risikogebieten gilt eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI: Wer sich hier beruflich oder privat aufhält und dem Risiko eines Zeckenstichs ausgesetzt ist, sollte sich vorbeugend gegen FSME impfen lassen. Dies gilt besonders für Menschen, die sich in ihrer Freizeit gerne zum Wandern, Radfahren oder Picknicken in der Natur aufhalten. Die süddeutsche Bevölkerung ist den GfK-Daten zufolge stärker für das Thema sensibilisiert – die Impfung weiter verbreitet. Dabei tragen auch Durchreisende und Urlauber aus nördlichen Bundesländern ein FSME-Risiko.
 

Verbreitungskarten auf www.zecken.de

Auf Grundlage der RKI-Angaben stellt das Internetportal www.zecken.de eine aktuelle Übersicht der betroffenen Gebiete zur Verfügung. Hier stehen – neben der Online-Karte im Google-Maps-Design und Navigatorfunktion – ein interaktives Postleitzahlentool und aktuelle FSME-Verbreitungskarten für Deutschland und Europa zum Download bereit. Denn: Wer ins europäische Ausland wie Tschechien, die baltischen Staaten, Finnland, die Schweiz oder Österreich reist, muss ebenso mit FSME-Zecken rechnen.
 
Quelle: RKI: Epidemiologisches Bulletin Nr. 21, 2012, 29.05.2012
Quelle des Atrtikels: www.zecken.de

 

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