Borreliose-Gefahr für Hunde unterwegs

Pilzewanderer 6. Juni 2012 - 6:14
Reisezeit, Erholungszeit. Das soll natürlich auch für Ihren Hund gelten. Doch können Krankheitserreger  zu Hause und auf Reisen Ihrem vierbeinigen Begleiter das Leben schwer machen. So etwa durch Zecken übertragene Borreliose-Bakterien. Während Menschen sich gegen die Hirnhautentzündung FSME impfen lassen können, nicht aber gegen Borreliose, steht bei Hunden eine gut verträgliche Borreliose-Impfung zur Verfügung.
 

Die Gefahr ist regional unterschiedlich

Weltweit sind verschiedene Zeckenarten als Überträger der Borreliose bekannt. In Europa ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) der wichtigste Überträger. Gefährdet sind grundsätzlich alle Hunde, die sich in zeckenreichen Gebieten aufhalten – ob auf Fernreisen oder einem Kurzurlaub in deutschen Kulturlandschaften. Der Holzbock lauert besonders in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern und Lichtungen mit großwüchsigen Gräsern, in buschreichen Gegenden. Deutschlandweit trägt im Schnitt etwa ein Viertel der Parasiten Borreliose-Bakterien in sich. Doch die regionale Verteilung der infizierten Blutsauger gestaltet sich sehr unterschiedlich und kann in bestimmten Regionen bis zu 35 Prozent betragen. Das Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig hat unlängst eine Verbreitungskarte für Borreliose veröffentlicht. Sie zeigt anhand von Abrechnungsdaten der kassenärztlichen Bundesvereinigung, dass Erkrankungen beim Menschen nicht überall gleich oft auftreten. Grundsätzliche Tendenz: Borreliose kommt in ländlichen Gegenden häufiger vor und ist im Süden und Osten Deutschlands besonders verbreitet.
Die Infektionsraten unterHunden unterscheiden sich deshalb regional:Sie liegen zwischen 17 und 35 Prozent. Von allen infizierten Hunden erkranken nach Schätzungen fünf bis zehn Prozent – die Borreliose zählt damit zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten bei Hunden in Deutschland und Europa.
Zecken in Europa tragen verschiedene Borreliose-Stämme in sich, über deren regionale Verteilung nur wenig bekannt ist. Bislang konnte jedoch nur für eine der Borrelienarten eine krankmachende Wirkung bei Hunden experimentell nachgewiesen werden: Borrelia burgdorferi sensu stricto.* Bei der Borreliose-Impfung kommt es daher auch auf den Erregertyp an. Hundehalter sollten ihren Vierbeiner mittels einer Impfung schützen – bevor es auf Reisen zu einer bösen Überraschung kommt.
 

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Warum impfen?

Eine Borreliose-Erkrankung beginnt oft erst Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich. Zu Beginn zeigen sich beim Hund Symptome wie sie bei vielen Infektionskrankheiten auftreten: Schlappheit, Appetitlosigkeit, Fieber. Borrelien breiten sich allmählich im Gewebe aus und befallen dann meist nächstgelegene Organe wie z.B. Gelenke. In den Folgemonaten einsetzende wiederkehrende Lahmheiten und Muskelschmerzen sind schon deutlichere Anzeichen einer Borreliose. Meist sind verschiedene Gelenke wechselnd betroffen, vor allem die Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen. In einzelnen Fällen wurde auch über Schädigungen von Nervensystem, Herz oder Nieren berichtet.
Eine Behandlung der Borreliose mit Antibiotika ist grundsätzlich auch bei Hunden möglich. Sie ist jedoch langwierig, kostenintensiv und nicht immer erfolgreich. Folgeschäden und Rückfälle sind keine Seltenheit, weil die Krankheit oft erst spät erkannt wird. Denn: Die charakteristische Wanderröte ist durch das Fell oder die pigmentierte Haut schwer zu erkennen. Durch die lange Inkubationszeit von zwei bis fünf Monaten werden die Symptome zudem oft nicht mehr mit einem Zeckenstich in Verbindung gebracht. Setzt die Behandlung spät ein, bleiben bereits eingetretene Schäden bestehen.
Demgegenüber bietet die Impfung einen wirksamen Schutz. Wer seinen Hund gegen Borreliose impfen lassen möchte, kann sich von seinem Tierarzt beraten lassen. Um die Vierbeiner vor anderen Zeckenkrankheiten – wie der im Süden Europas verbreiteten Babesiose – zu schützen, empfiehlt es sich zeckenabweisende Mittel zu verwenden. Schnelles Entfernen festgesogener Zecken senkt zudem das Erkrankungsrisiko. Vor Ausflügen und Urlaubsreisen in FSME-Risikogebiete sollten Hundehalter allerdings an ihren eigenen Impfschutz denken. Während Hunden das FSME-Virus scheinbar wenig ausmacht, können Menschen schwer erkranken. Wer für sich und seinen treuen Begleiter vorsorgt, bleibt beim Urlaub in Zeckengebieten auf der sicheren Seite.
 
*Straubinger R. K. (2008): Erreger, Übertragung und Prävention – Die Lyme-Borreliose bei Hunden. Kleintier konkret; 5; S. 3- 6; StikoVet 2009: Leitlinie zur Impfung von Kleintieren; S. 11-12.

 

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