137 FSME-Risikogebiete in Deutschland, stand Mai 2011

Pilzewanderer 9. Mai 2011 - 21:45

Die Anzahl der Verbreitungsgebiete für die von Zecken übertragene Viruserkrankung FSME steigt auf 137: Das Robert-Koch-Institut (RKI) deklariert den hessischen Stadtkreis Offenbach 2011 erstmals als offizielles FSME-Risikogebiet. In den 136 „alten“ Risikogebieten bleibt die Gefahr nach Einschätzung des RKI weiterhin bestehen.

Seit der ersten Verbreitungskarte im Jahr 1998 ist die Anzahl der vom RKI ausgewiesenen Risikogebiete damit kontinuierlich von 63 auf aktuell 137 gestiegen. Für Einwohner, Pendler und Urlauber in den betroffenen Gebieten gilt eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI: Wer sich beruflich, privat oder auf Reisen in einem Risikogebiet aufhält und dort dem Risiko eines Zeckenstiches ausgesetzt ist, sollte sich vorbeugend gegen FSME impfen lassen.

 

Die Verbreitungskarte als großes Bild anzeigen: FSME-Risikogebiete Deutschland mit autochthonen Einzelfaellen, Mai 2011.

 

Die Verteilung der betroffenen Land- und Stadtkreise auf die Bundesländer lautet wie folgt:

·         42 Kreise in Baden-Württemberg

·         78 Kreise in Bayern

·         9 Kreise in Hessen

·         7 Kreise in Thüringen

·         1 Kreis in Rheinland-Pfalz

Grundlage der Einschätzung des RKI sind die gemeldeten FSME-Erkrankungsfälle aus den Jahren 2002 bis 2010. Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist die FSME seit 2001 eine meldepflichtige Erkrankung. Seither wurden knapp 2.500 Fälle der gefährlichen Hirnhautentzündung gemeldet. Das Problem: Gegen FSME existiert keine spezifische Therapie – sie kann also lediglich symptomatisch behandelt werden und ist in vielen Fällen mit bleibenden Beeinträchtigungen wie Lähmungen, Sprach- und Schluckstörungen verbunden. Daher kommt der Impfung als präventiver Maßnahme in den Risikogebieten eine besondere Bedeutung zu.

 

Auch die Anzahl der Land- und Stadtkreise, die zwar nicht die Definition für ein Risikogebiet erfüllen, in denen aber bereits Einzelfälle der Erkrankung aufgetreten sind, steigt weiter: Betroffen waren 2010 erstmals die Landkreise Coesfeld, Mettmann und Steinfurt in Nordrhein-Westfahlen,  Pinneberg und Segeberg in Schleswig-Holstein, Waldeck-Frankenberg in Hessen sowie Bad-Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Die einzigen Bundesländer, in denen bisher keine Fälle von FSME aufgetreten sind, sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

 

Eine aktuelle Übersicht der betroffenen Gebiete in Deutschland und Europa liefert die Seite www.zecken.de – für Deutschland erstmals im Google-Maps-Design mit Navigator und Zoom-Funktion.  

 

Quelle: RKI: Epidemiologisches Bulletin Nr. 17, 02. Mai 2011

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